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Frühjahrstour mit Kunden 2.0

Csaba Ronto

Unser ungarischer Kunde Zoli Havattői und ich hatten bereits seit längerer Zeit eine Session an seinem Vereinsgewässer geplant. Im Internet konnte ich kaum Informationen über das Gewässer finden. Da Zoli Mitglied des Vereins ist und den See gut kennt, könnte er mir wichtige Infos geben. Das betreffende Gewässer ist eine Kiesgrube mit zwei Inseln und Zeit Halbinseln, vielen flachen Bereichen und tiefen Gruben. Diese abwechslungsreiche Struktur macht es nicht einfach einen Spot zu finden, da es so viele Möglichkeiten gibt, eine Rute zu platzieren.

Zoli hatte mir eine Tiefenkarte des Sees zukommen lassen. So konnte ich mir bereits vor meiner Reise Gedanken machen in welchen Bereichen ich gerne angeln würde. Leider kann man an diesem See keine Plätze reservieren. Deswegen hofften wir darauf, dass einer der drei "Hotspots" des Sees frei waren. Ich hatte aber noch einen vierten Platz im Kopf, den ich aufgrund meiner Erfahrung wählte.

Einen Tag vor der Abreise fragte Zoli den Aufseher des Gewässers, welche Plätze bereits belegt waren. Natürlich waren bereits zwei der sogenannten Hotspots" besetzt. So blieb nur mehr ein Eckplatz und der Platz, der mir im Kopf herumschwirrte.

Ich musste sehr früh am Morgen aufbrechen, um rechtzeitig dort zu sein.

Unterwegs telefonierte ich mit Zoli und da ich eine halbe Stunde vor ihm in der Zeit lag, war ich vor ihm am See. Ich ging direkt zum dritten Platz den die Vereinsmitglieder als Hotspot bezeichneten. Leider war auch dieser Platz bereits belegt, sodass wir auf "meinen" Platz ausweichen müssten. Ihr müsst wissen, dass ich nur sehr ungerne auf solchen Hotspots angle, da sie meistens unter hohem Angeldruck stehen und daher von den älteren, großen Fischen gemieden werden. Deswegen war ich nicht ganz unglücklich mit der Situation.

Bevor Zoli ankam, machte ich einen kleinen Rundgang um das Schon gehört. Ich stellte fest, dass sich dort nur kleinere Fische aufhielten. Aufgrund der geringen Wassertiefe von maximal 1,5m waren die Fische sehr deutlich zu erkennen, da das Wasser sehr klar war. Da die Toilette in diesem Bereich war, musste ich ihm weiteren Verlauf der Session immer wieder dort vorbei. Ich konnte dabei nie einen Fisch über 15kg ausmachen, deswegen mussten die großen Fische woanders unterwegs sein.

Wir blieben für drei Nächte und unser Camp mussten wir klein halten, da es die Leute am See nicht mögen, wenn Angler alles einnehmen.

Wir angelten mit fünf Ruten. Wir versuchten mit jeder Rute eine andere Tiefe abzudecken. In Zahlen ausgedrückt zwischen zwei und fünf Metern Tiefe. Als Köder verwendete Zoli unseren Hot Fish Gammarus Boilies und den 5050 Mix in 20mm. Die Köder machte er mit unserem Boiliesoak noch attraktiver und die Hakenköder behandelte er mit unserem Dip. Ich hätte nur den Hot Fish Gammarus Blueberry/Scopex dabei, weil das für mich der beste Köder unter 15 Grad Wassertemperatur ist.Ich habe meine Boilies halbiert und etwas zerbröselt. So steigert man die Wasserlösslichkeit der Köder und sie werden dadurch attraktiver.

Ich tauchte meine Hakenköder in Betain Dip ein, der bei kalten Temperaturen enorm effektiv ist. Fürs Auge kam auf meinen 20mm großen Hot Fish Balanced Hookbait noch ein 10mm großer gelber Pop-up.

Die Montagen legten wir mit dem RT4 von Zoli aus. Es war bereits später Nachmittag bis alles erledigt war. Danach hatten wir Zeit, um uns besser kennenzulernen. Nach einem leckeren Essen hatten wir uns in unsere Bivvys zurückgezogen.

Am Morgen erwachten wir leider ohne einen Biss gehabt zu haben. Doch leckeres Rührei ließ uns das sehr schnell verkraften.

Der Fischereiaufseher traf kurz darauf ein. Er besuchte jeden Morgen alle Angler am See. Er gibt viele Informationen Preis, doch nicht jeder Angler kann damit etwas anfangen. In der Nacht wurden einige kleine Karpfen gefangen, jedoch alle flacher als zwei Meter oder tiefer als sechs. Diese Tiefen befischten wir aber nicht. Deswegen wollten wir uns nach dem Frühstück neue Stellen suchen. Tiefere Stellen waren schnell gefunden. Bei den flachen Spots gestaltete sich die Suche deutlich schwieriger, da das Kraut im flachen Bereich schon sehr hoch war. Wir konnten aber kleine Löcher im Kraut finden, wo Zoli seine Montagen ablegen konnte. Ich vertraute noch eine Nacht auf meine Plätze, suchte mir jedoch schon eine Alternative, die ich mit etwas von meinem Futter präparierte.

Am Nachmittag drehte ich eine größere Runde um den See. Der Fläche Teil des Gewässers war immer noch voller kleiner Karpfen. An einem ruhigen, versteckten Platz unter einem Busch konnte ich schließlich einen größeren Fisch ausmachen. Das Wasser war dort so flach, dass seine Rückenflosse aus dem Wasser ragte. Sonst konnte ich nirgends mehr Fische entdecken. Deswegen vermutete ich, dass sich weitere Fische im flachen, warmen Wasser um die Inseln aufhalten mussten.

Am Abend legten wir uns wieder in unsere Zelte. Es muss kurz nach 21 Uhr gewesen sein, ich begann gerade einen Film zu schauen, als Zolis Rute losfeuerte. Ich zog mich schnell an und stand schon bald neben Zoli, der den Fisch drillte. Der Karpfen blieb mehrmals im flachen Kraut stecken. Mir gelang es Zolis größten Fisch des Jahres aus dem Kraut zu befreien. Die Waage blieb bei 18,80kg stehen. Vor meiner Reise versprach ich Zoli, dass ich ihn mit einem schönen Fisch fotografieren werde. Nun konnte ich es in die Tat umsetzen. Der Fisch biss auf einen 50/50 Balanced Hookbait, der mit Scopex Dip getränkt war.

Am nächsten morgen legte ich eine meiner Ruten ebenfalls um. Ich fütterte nur eine Handvoll 20mm Hot Fish Gammarus Köder. Ans Haar kam wieder ein kleiner Snowman Köder. Außerdem verwendete ich ein kleines PVA-Netz am Haken.

Eine der Halbinseln wurde diesen Morgen frei, denn die Angler dort traten die Heimreise an. Da sich dieser Platz direkt vor dem Schongebiet befand und ich dort immer wieder Fische sehen konnte, wollte ich nun unbedingt meinen ersten Fisch aus diesem See fangen.Ich nahm eine meiner Ruten aus dem Wasser und änderte etwas am Endgame. Mit einem leichterem Blei, einem kleineren Haken und einem kleineren Köder wollte ich es versuchen.

Ich knüpfte mehrere PVA-Netze mit halbierten und gecrushten Boilies.

Mit minimaler Ausrüstung machte ich mich auf den Weg zur Halbinsel.

Als ich ankam, fütterte ich sofort eine Handvoll halbierter Köder.

Dann warf ich meine Rute mit einem 12mm kleinen Hot Fish Gammarus Balanced Hookbait aus. Diesen Köder setzte ich einen halben 10mm Pop-up auf. Dazu kam noch ein kleines PVA-Netz.

Ich setzte mich auf meine Abhakmatte und wartete.

Nac nurh 30 Minuten hörte ich das Knarren meiner Rolle.

Nach einem kurzen Drill fing ich meinen ersten Stalking Karpfen.

Ich machte ein schnelles Foto und setzte den Fisch sofort wieder zurück.

Leider fing es danach zu regnen an und so musste ich mein Stalking Unterfangen abbrechen uns zum Camp zurückkehren.

Nachdem der Regen aufhörte, legte ich meine dritte Rute vor eine Kante auf drei Metern Tiefe.

Am letzten Abend haben wir leckeres Fleisch und Gemüse gegrillt und uns die Bäuche vollgeschlagen. Wir aßen gerade im Zelt, als sich eine meiner Ruten meldete. Es war, wie beim ersten Fisch von Zoli  genau 21 Uhr. Mein Fisch Schema sich ebenfalls in einem Hindernis fest. So musste ich im Drill nach rechts und nach links ausweichen, um das Hindernis zu "umschiffen". Ich gab Zoli meine Rute und begab mich ins flache Wasser. Das Wasser stand mir bis zur Brust, doch ich konnte den Fisch befreien. Wieder an Land gab mir Zoli meine Rute wieder und ich drillte noch mindestens 15 Minuten bis Zoli den Fisch keschern konnte.

Wir schauten in den Kescher und sahen, dass es sich um einen guten Fisch handelte. Während ich mich um den Fisch kümmerte, bereitete Zoli die Waage vor. Nachdem wir die Wiegeschlinge abgezogen hatten, stand ein unglaubliches Gewicht von 26,90kg zu Buche. Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich war. Zoli und ich haben uns sofort umarmt.

Nach der Foto-Session legte ich die Rute nicht mehr neu, weil Wind auffrischte und es zu regnen begann. Lange konnte ich nicht schlafen, denn ich konnte den nächsten Fisch fangen. Zum Glück verlief dieser Drill problemlos. Weil es noch immer so regnete, ließ ich den Fisch ganz ohne Foto wieder schwimmen. Um noch etwas Schlaf zu bekommen, legte ich auch diese Rute nicht mehr neu aus, denn ich musste am nächsten morgen früh die Heimreise antreten.

Abschließend möchte ich mich bei Zoli für die Gelegenheit bedanken mit ihm zu angeln. Es war eine tolle Zeit und schön dich persönlich kennengelernt zu haben. Ich hoffe wir organisieren in Zukunft wieder einen Angelausflug.



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